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Eine gut organisierte Weihnachtsfeier zahlt nachweislich auf die Employer Brand eines Unternehmens ein. Arbeitgeber sollten die langfristige Bedeutung eines gelungenen Mitarbeiterevents daher nicht unterschätzen!

 

Die Uhr tickt! 60 Minuten bleiben den Teamkollegen, um sich aus einem mysteriösen Raum zu befreien. In Windeseile lösen sie Aufgaben und Rätsel. Ohne eine gute Taktik und Teamwork geht hier gar nichts…

Hört sich nach einem Ausschnitt aus einem Action-Thriller an, ist aber in Wirklichkeit das Szenario eines so genannten Live-Exit-Games. Das ist eines von vielen extravaganten Event-Formaten, bei denen Mitarbeiter die geschäftliche Weihnachtsfeier einmal von einer anderen Seite erleben können.

So geht’s: Vor dem Start wählt jedes Team ein Thema aus. Bei dem Motto „Prison Break“ befreien sich die Teilnehmer beispielsweise aus einem Gefängnis. Im Setting „The Gallerist“ machen sie sich auf die Suche nach geklauten Kunstgegenständen.

 

Weihnachtsfeier: Alle Jahre wieder die gleichen Abläufe

Der Aufwand hinter einem solchen Event mag manchem Arbeitgeber auf den ersten Blick als überzogen erscheinen. Doch er liefert den Stoff für Erlebnisse, über die Mitarbeiter garantiert noch Jahre später sprechen.

Viele Arbeitnehmer kennen die betriebliche Weihnachtsfeier aber nur so: Das immer gleiche Ambiente, die immer gleichen Abläufe, die immer gleichen Reden mit den immer gleichen Motivationsbotschaften. Das ist vor allem eines: Ermüdend!

Damit verkommt die Weihnachtsfeier für alle Teilnehmer schnell zur ungeliebten Pflichtveranstaltung und schießt direkt an ihrem eigentlichen Ziel vorbei. Denn eigentlich wäre sie das perfekte Instrument zur Stärkung der Employer Brand und Mitarbeiterbindung.

 

Weihnachtsfeier: Instrument zur Stärkung der Employer Brand

Doch Bindung im positiven Sinne entsteht nur, wenn Mitarbeiter merken, dass sich das Unternehmen bei der Organisation Weihnachtsfeier wirklich Gedanken gemacht hat, um ihnen ganz bewusst ein besonderes Erlebnis zu bescheren.

Das weckt dann die folgenden positiven Assoziationen:

 

  • „Die Geschäftsleitung hat über uns nachgedacht.“
  • „Sie hat sich Gedanken gemacht, was uns gefallen könnte.“
  • „Sie hat sich die Zeit genommen, das Event zu organisieren.“

 

… und löst beim Arbeitnehmer folgendes aus:

  • Der Arbeitnehmer fühlt sich angenommen und wertgeschätzt.
  • Die Bindung gegenüber dem Arbeitgeber steigt.
  • Das steigert die Motivation und Leistungsbereitschaft.
  • Die Arbeitsresultate motivierter Mitarbeiter fallen besser aus.
  • Mitarbeiter lernen sich bei der Weihnachtsfeier besser und von einer anderen Seite kennen – das stärkt das Teamgefüge und den Zusammenhalt.

 

Die immer gleiche Standard-Feier bringt dagegen nur einen Gedanken zutage: „Wie bringe ich es auch in diesem Jahr möglichst schnell wieder hinter mich?“ Bindung erzeugt das garantiert nicht, höchstens Fluchtgedanken.

 

Was kostet eine außergewöhnliche Weihnachtsfeier?

Die gute Nachricht: Damit sich eine Weihnachtsfeier positiv ins Gedächtnis der Mitarbeiter einbrennt, muss diese keine Unsummen verschlingen. Es gibt auch Low-Budget-Events, die schnell und leicht organisiert werden können. Eine gemeinsame Fackelwanderung durch den Winterwald etwa – mit Glühweinumtrunk und anschließendem Get-together in einer Holzhütte im Wald, in der bereits der Kamin prasselt.

So etwas lässt sich leicht selbst umsetzen. Unternehmen können das „Projekt Weihnachtsfeier“ aber auch an externe Eventveranstalter auslagern, die bereits ab schmalen 40 Euro pro Person ungewöhnliche Gemeinschaftserlebnisse kredenzen.

 

Kleinere Betriebe setzen eher auf kreative Weihnachtsfeiern als große

Dabei hapert es oftmals gar nicht am schnöden Mammon. Firmen sind am Jahresende alles andere als knauserig. 52 Euro und mehr lassen Arbeitgeber im Schnitt pro Mitarbeiter springen, wie die Personalberatung LAB & Company herausgefunden hat. Bei ihrem 30. Managerpanel stieß sie außerdem auf eine weitere interessante Erkenntnis: Je kleiner das Unternehmen, desto ausgefallener die Weihnachtsfeier.

Das kommt nicht von ungefähr. Anders als die großen Marktbegleiter können Hidden Champions gegenüber ihren Angestellten nicht mit einer großen Markenbekanntheit, Sonderleistungen, Spitzengehältern oder so manchem aufwändigen Incentive punkten.

Also setzen sie in anderen wichtigen Bereichen Schwerpunkte, um die eigene Arbeitgeberattraktivität und Employer Brand zu stärken. Zum Beispiel schaffen sie ein außerordentlich gutes Betriebsklima und Teamgefüge.

 

Ideen für eine kreative Weihnachtsfeier

Nicht nur, aber auch zur Weihnachtszeit setzen sie dazu neben anderen Maßnahmen auf überraschende, spannende oder unerwartete Gemeinschaftserlebnisse. Mitarbeiter lösen Kriminalfälle oder Rätsel, absolvieren ein Eishockey-Training oder brauen Bier. In punkto Kreativität sind bei der Gestaltung der Weihnachtsfeier keine Grenzen gesetzt. Das Portfolio reicht vom Christmas-Event auf der Rennstrecke, Dinner-Hopping über Paintball-Aktionen bis hin zur Mottoparty im Stil der 20er mit allem Drum und Dran!

Verkehrt ist der Gedanke nicht. Der Zusammenhang zwischen einem guten Klima und der Leistungsbereitschaft ist sogar wissenschaftlich verbrieft. Forscher der Universität St. Gallen konnten in Betrieben, die ihre Employer Brand dahingehend gezielt aufgebaut haben, eine um 16 Prozent höhere Leistung messen und eine um 12 Prozent höhere Innovationsrate.

Aber natürlich kann eine gelungene Weihnachtsfeier nicht das alleinige Allheilmittel für eine gute Employer Brand und die Stärkung der Mitarbeiterbindung sein. Sie ist eine von vielen Maßnahmen innerhalb einer ausgeklügelten Employer Branding Strategie. Wobei es sich so kurz vor Weihnachten durchaus anböte, mit einem außergewöhnlichen Event einen markanten Anfangspunkt auf dem Weg zu einer starken Arbeitgebermarke zu setzen…