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Die wenigsten Firmen verfügen über einen Masterplan, wenn es um die Gestaltung ihrer Stellenanzeigen geht. Damit entgehen ihnen viele Chancen, die richtigen Kandidaten auf sich aufmerksam zu machen. Denn nur, wer seine Zielgruppe kennt, kann sie auch erreichen. Ansonsten ist die Gefahr groß, aneinander vorbei zu kommunizieren.

 

Die perfekte Stellenanzeige: Ein Wunschtraum vieler Arbeitgeber

Obwohl es sich bei der Stellenanzeige sozusagen um den Dino der Rekrutierung handelt, unterlaufen Arbeitgebern bei der Ausarbeitung der ältesten Form der Mitarbeiterwerbung immer noch handfeste Fehler. Von der perfekten Stellenanzeige sind ihre Jobinserate oftmals weit entfernt!

Das ist nicht neu! So ergab eine Umfrage des Jobportals Kalaydo.de unter seinen Nutzern bereits vor ein paar Jahren, dass Bewerbern in Stellenanzeigen zahlreiche Unzulänglichkeiten das Bewerbungserlebnis vermiesen.

Im O-Ton las sich das wie folgt: “Fast ein Drittel der Bewerber (würde) die Inhalte von Jobangeboten, die zu 70 Prozent online gesucht werden, nur mit der Schulnote vier oder schlechter bewerten. Lediglich 22 Prozent votierten mit gut oder “sehr gut”.”

 

Stellenanzeige: Was Arbeitgeber in den letzten Jahren verändert haben

Gut, nun könnte man meinen, dass Arbeitgeber seitdem angesichts des sich zuspitzenden Fachkräftemangels die Ärmel hochgekrempelt und sowohl die Inhalte und als auch das Design ihrer Stellenanzeigen überdacht haben. Mitnichten! Vielmehr haben sich neue Baustellen aufgetan, wie eine aktuelle Studie der Universität Bamberg belegt.

So hat zum Beispiel nur etwas mehr als Hälfte der Unternehmen (60,6 Prozent) dafür Sorge getragen, dass ihre Stellenanzeigen optimal über mobile Endgeräte abrufbar sind. Stattdessen muten fast 40 Prozent der Arbeitgeber mobilen Bewerbern noch zu, aufwändig auf dem kleinen Smartphone-Display hin- und herzuwischen, wenn sie darauf ein Jobinserat lesen wollen. Von responsivem Design fehlt jeder Spur.

Offenkundig sind sich nur wenige Arbeitgeber darüber bewusst, dass sie potenzielle Kandidaten damit geradewegs verprellen. Laut Statistiken schauen insbesondere die heiß begehrten Digital Natives an einem durchschnittlichen Wochentag bis zu 80 Mal aufs Handy und sind in der Alterstgruppe bis 29 Jahre bis zu vier Stunden am Tag im Netz.

 

Stellenanzeige: Was Kandidaten wollen

Allerdings erwarten sie dann nicht nur ein mobiltaugliches Jobinserat, sondern auch eines, das in Design und Gestaltung dem folgt, was sie von anderen Online-Auftritten gewöhnt sind:

  • Eine Thematische Untergliederung durch eine logisch nachvollziehbare Reiterstruktur
  • Keine Bleiwüste, stattdessen gut „verdauliche“ Textportionen – gerne mit leicht zu überschauenden Bulletpointlisten
  • Eingebettete Bilder – am besten mit echten Mitarbeitern. So entsteht ein erster authentischer Einblick in das Unternehmen.
  • Eingebettete Videos, um eine Ahnung vom Unternehmensumfeld und den Arbeitsbedingungen zu erhalten.
  • Weiterführende Links zu mehrwertigen Informationen auf dem hauseigenen Mitarbeiter- oder Karriereblog.

 

Das mag auf den ersten Blick vermessen erscheinen. Doch im WWW ist all das längst Standard und wird vor allem von den Digital Natives als selbstverständlich angesehen. Sie sind die erste Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist und sind an gut strukturierte Inhalte mit multimedialen Elementen gewöhnt. Logisch, dass sie das gleiche auch von einer Stellenanzeige erwarten.

 

Inhaltliche Gestaltung der Stellenanzeige

Auch inhaltlich haben sie sehr konkrete Vorstellungen. Digital Natives gehören der „Generation Mehrwert“ an. Ein Beispiel: Reicht der Informationsgehalt eines Artikels nicht aus, ist es gängig, über interne Links weiterführende Fakten abrufen zu können.

Entsprechend wollen sie in einer Stellenanzeige nicht mit inhaltsleeren Plattitüden á la „wir bieten gute Work life Balance Maßnahmen“ abgespeist werden. Für sie muss es so konkret wie möglich sein.

Laut den Experten der Uni Bamberg wollen Talente im Bewerbungsprozess am besten von Anfang an über die folgenden Aspekte informiert werden:

 

  • Welche Inhalte erwarten mich?
  • Welche Anforderungen sollte ich konkret erfüllen?
  • Gibt es flache Hierarchien?
  • Was tut der Arbeitgeber für ein gutes Arbeitsklima?
  • Wie ist es um die Flexibilität bei der Arbeitszeit bestellt?
  • Gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten?
  • Wie steht es um die Arbeitsplatzsicherheit?
  • Welche Karrieremöglichkeiten erwarten den Arbeitnehmer?
  • Gibt es besondere Work-Life-Balance Angebote?
  • Welche Möglichkeiten bietet der Arbeitgeber zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie?
  • Ist das Angebot der Tätigkeiten in dem Jobprofil interessant?
  • Winkt ein ansprechendes Gehalt?

 

Was beim Klick auf den Bewerben-Button passieren sollte

Beantwortet die Stellenanzeige all diese Punkte, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ein Talent auf den integrierten Bewerbungs-Button klickt. Doch selbst bei der bestgestalteten Stellenanzeige im responsiven Design droht an diesem kritischen Punkt in der Bewerbung eine herbe Ernüchterung. Vor allem für mobile Bewerber.

Nehmen interessierte Talente besagten Klick vor, öffnet sich nicht selten die Eingabemaske zu einem sperrigen und schwer ausfüllbaren Online-Formular, das überdies nur absendbar ist, wenn Zeugnisse und CV als Dateianhänge mitgeschickt werden. Was dann passiert, ist absehbar: Das Talent ist weg.

Denn in einer Zeit, in der beispielsweise der Verkauf eines Aktienpaketes, der Abschluss einer Versicherung oder Online-Shopping mit nur wenigen Klicks vonstatten gehen, ist es nur schwer nachvollziehbar, wenn Kandidaten bei der Online-Bewerbung das Leben so schwer gemacht wird.

Wer als Arbeitgeber A sagt und eine optimal gestaltete Stellenanzeige teilt, muss auch B sagen und Bewerbern eine mobiltaugliche Bewerbung ermöglichen. Zum Beispiel, indem sie ihre Profilinformationen aus Businessnetzwerken mit einem Klick ins Bewerbermanagementsystem eines Arbeitgebers importieren können: Willkommen in der Welt der One-Click Bewerbung. Mit den richtigen Mitteln kann Recruiting so einfach sein!