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Der Handels-Sektor ist ein stark umkämpfter Wirtschaftszweig, nahezu alles wird bis auf den letzten Cent optimiert, damit Gewinnspannen so hoch wie möglich und die Verluste so niedrig wie möglich ausfallen. Entsprechend stellt auch das Personalmarketing im Einzelhandel eine große Herausforderung dar. Wie die Arbeitsmarktsituation in diesem Sektor genau aussieht, welche Möglichkeiten es gibt, um motivierte Mitarbeiter direkt im Handel anzusprechen, welche Kanäle diese in ihrer Freizeit nutzen und welche kreativen Beispiele es für das Recruiting im Handel gibt, erfahren Sie in diesem Artikel.

 

Wie ist die aktuelle Arbeitsmarktsituation im Handels-Sektor?

Die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt ist für Unternehmer äußerst schwierig. So sind viele Arbeitgeber trotz hoher Beschäftigtenquote unzufrieden mit ihren Arbeitnehmern. Diese besitzen nämlich eine extrem hohe Wechselbereitschaft.

Im Handelssektor geht es vor allem um reine Optimierung. Die Arbeitgeber versuchen, Kosten wie auch Qualität der Arbeitnehmer zu optimieren. Auf der anderen Seite versuchen aber auch die Arbeitnehmer, ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern. Hierbei geht es selten um Loyalität zum Unternehmen. Harte Fakten wie Höhe des Verdienstes, Arbeitszeiten und Nähe zum Wohnort bestimmen hier zum Großteil darüber, ob ein Arbeitnehmer eine Stelle im Einzelhandel antritt.

Um motivierte und qualifizierte Mitarbeiter zu finden, müssen Unternehmen also alle Möglichkeiten ausnutzen, die sich ihnen bieten und neue Mitarbeiter eventuell sogar direkt im Handel ansprechen.

 

Welche Möglichkeiten gibt es, um Mitarbeiter im Handel anzusprechen?

Auch potentielle Mitarbeiter müssen von Zeit zu Zeit im Einzelhandel einkaufen gehen. Je stärker sie hierbei mit dem Laden verbunden sind, umso leichter ist es für den Arbeitgeber, einen vorteilhaften Beschäftigungsvertrag aufzusetzen. Deshalb ist es sehr sinnvoll, die potentiellen Mitarbeiter direkt im Geschäft anzusprechen.

Eine der erfolgreichen Methoden des Recruitings besteht beispielsweise in einer vorteilhaften und gezielten Platzierung von Werbeplakaten innerhalb des Geschäftes. Platzieren Sie diese stets an Orten, an denen die Kunden eine längere Zeit verbringen. So eignet sich das Tiefkühlregal keinesfalls als Ort für dieses Werbemittel. Deutlich besser sind hier die Kassen oder die Frischwarenabteilung geeignet. Während die Kunden an der Kasse darauf warten, ihre Waren auf das Band legen zu können, werden sich diese naheliegende Plakate eingehend ansehen.

Eine weitere Methode besteht darin, potentielle Mitarbeiter direkt anzusprechen. Platzieren Sie dabei im Eingangsbereich oder an den Kassen einen Informationsstand, an welchem sich diese über die beruflichen Perspektiven in Ihrem Geschäft informieren können.

 

Der Arbeitgeberauftritt von LIDL

Der Arbeitgeberauftritt von LIDL

 

Welche Kanäle benutzen Arbeitnehmer zwischen 25 und 35 Jahren vor allem in der Freizeit?

Potentielle Arbeitnehmer zwischen 25 und 35 Jahren nutzen in ihrer Freizeit vor allem digitale Kanäle. In dieser Altersgruppe sind vor allem Lifestyle- und Familienportale im Internet beliebt. In Foren oder auf Informationsseiten belesen sich diese über eine baldige Familienplanung oder die Einrichtung ihrer Wohnräume. Das ist der ideale Ort, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Weiterhin sind Personen dieses Alters häufig in Vereinen und sozialen Organisationen tätig. Die Ausstellung von Informationsmaterial in nahen Kulturzentren, Volkshochschulen oder sozialen Vereinen kann sich deshalb ebenfalls für Sie lohnen. Da ein freundlicher und motivierter Mitarbeiter zwingend einen sozialen Charakter braucht, sollten Sie vor allem auf Hilfsorganisationen und Ratgeberportale setzen.

 

Welche kreativen Beispiele der Handelsbranche gibt es, um neues Personal zu gewinnen?

Ein besonders kreatives Beispiel für erfolgreiches Recruiting ließ sich bei der Firma Edeka beobachten. Diese startete vor einigen Monaten eine größere Kampagne auf Informationsseiten, Blogs und Foren von Umweltschützern, um für offene Stellen in ihren Bio- und FairTrade-Abteilungen zu werben.

Eine weitere kreative Idee konnte bei REWE beobachtet werden. Dieser Einzelhandel vertreibt nicht nur zahlreiche Produkte, sondern stellt diese ebenfalls in eigenen Fertigungsanlagen her. So finden sich in den vielen Filialen mehrere Produkte der Eigenmarke von REWE. Erst kürzlich versteckte der Konzern offene Stellenausschreibungen in strategisch ausgewählten Produkten, um in gezielten Personengruppen für die offenen Stellen zu werben. So wurde nahezu jedes Produkt der Eigenmarke zu einem trojanischen Pferd für Stellenanzeigen.

 

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Employer Branding von REWE

 

Eine weitere kreative Aktion wurde von einem namhaften Technikhandel durchgeführt. Wissend, dass sich einige arbeitssuchende Kunden häufiger an den kostenfrei angebotenen Spielekonsolen vergnügten, ließen Sie regelmäßige Werbebanner in den Softwareproben anzeigen, die auf offene Stellen im Handel hinwiesen. Dadurch konnten technikbegeisterte Menschen auf Arbeitssuche, die in unmittelbarer Nähe zum Handel wohnen, direkt angesprochen und zu einer Bewerbung bewegt werden. Bereits nach wenigen Tagen waren die offenen Stellen vergeben.