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Recruiting Videos gehören zum Employer Branding wie das die Sonne zum Sommer. Wir haben mit Sascha Baron von DREILANDMEDIEN über gute Videos, tolle Ideen und die Zukunft des Bewegtbilds im Personalmarketing gesprochen.

 

Stellen Sie sich und Ihr Unternehmen doch bitte kurz unseren Lesern vor

DREILANDMEDIEN ist ein Team von Foto- und Videojournalisten. Wir produzieren den gesamten multimedialen Content, der in der Unternehmenskommunikation gebraucht wird. Denken Sie an die vielen Kommunikationskanäle, die ein Unternehmen heute hat. Webseiten, Blogs, soziale Medien, Arbeitgeberprofile etc. Für diese Kanäle liefern wir journalistischen Content. Also beispielsweise Interviews, Reportagen, Kurzfilme oder Podcasts.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt im Personalbereich. Wir produzieren sehr viele Arbeitgeberfilme und Recruiting-Videos. Wir arbeiten für Agenturen und direkt für mittelständische und große Unternehmen wie unitymedia, LVM Versicherung, Leifheit, TEVA oder internationale Konzerne wie TTI Corp.

Was uns von anderen unterscheidet: Wir sind keine Werbefilmer. Wir machen keine klassischen Imagefilme. Wir sind Journalisten. Erzählen spannende und authentische Geschichten. Dabei stellen wir den Menschen in den Vordergrund.

 

Was macht für Sie ein wirklich authentisches Recruiting-Video aus?

Es ist eigentlich ganz simpel: Das Video muss einfach die Arbeitswelt so darstellen wie sie wirklich ist. Je konkreter desto besser. Ich lasse also Mitarbeiter über Ihren Job erzählen. Wie sehen die Arbeitsabläufe aus? Wie läuft die Zusammenarbeit mit den Kollegen? Warum fühle ich mich auf der Arbeit wohl? Authentisch heisst, dass die O-Töne und die Filmszenen glaubhaft sind und nicht inszeniert.

Gerade für Recruiting-Videos ist das enorm wichtig. Der Bewerber soll ja nicht mit falschen Vorstellungen gelockt werden. Ganz im Gegenteil: Als Personalrecruiter will ich ja gerade Kandidaten, die zum Unternehmen passen. Genau diese Matching-Funktion können Recruiting-Videos leisten. In dem ich die wirkliche Arbeitswelt darstelle, erhöhe ich die Wahrscheinlichkeit, dass ich diejenigen Bewerber anspreche, die zum Unternehmen wirklich passen.

Als Journalist fällt mir die Umsetzung einfach. Ich nutze einfach journalistische Beitragsformen. Ich suche mir einen oder mehrere Protagonisten. Möglichst Menschen, die gerne über ihre Arbeit erzählen (Interviewpassagen). Ich begleite sie mit der Kamera (Reportage) und gebe in 2-3 Minuten einen spannenden Einblick in die Arbeitswelt (Dokumentation).

Das ist für viele Unternehmen und Agenturen noch neu. Sie sind es gewohnt in Werbeformen zu denken. Sie wollen zwar einen authentischen Film. Haben dann aber eher den klassischen Imagefilm im Kopf. Sie wollen Werbebotschaften verkaufen, Begriffe visualisieren und unbedingt originell sein. Authentisch ist dann erreicht, wenn die Kamera wackelt. Ich habe das auch mal in meinem Blogbeitrag „Die 5 größten Irrtümer über Recruitingfilme“ zusammengefasst.

 

Haben Sie ein Beispiel, welches Ihnen spontan einfällt und wirklich gut ist? Und warum ist das Video so gut?

Mir gefällt der Film für allsafe JUNGFALK von den Kollegen Blickkraft gut. Er ist mit über 4 Minuten zwar etwas lang. Allerdings kommt die Arbeitsatmosphäre sehr gut rüber. Der Film lebt von den vielen authentischen O-Tönen der Mitarbeiter. Ausserdem sind die Arbeitsszenen schön eingefangen.

 

 

 

Darf ich auch noch einen Film von DREILANDMEDIEN erwähnen? Wir haben verschiedene Recruiting-Videos für die LVM Versicherung gemacht, u.a. für die Zielgruppe IT-Fachkräfte. Drei Protagonisten geben einen Einblick in Ihre Arbeitswelt. Mir gefällt der Film sehr gut, weil er zum einen sehr kurzweilig und dynamisch ist. Zum anderen bekommt man einen sehr guten Einblick in die Arbeitswelt und was der Arbeitgeber zu bieten hat.

 

 

Welche Entwicklungen in Sachen Arbeitgebervideos haben Sie in den letzten Jahren beobachtet?

Vor ein paar Jahren haben sich viele Unternehmen in Sachen Arbeitgebervideos noch ausprobiert. Da gab es auch ein paar peinliche Aussetzer (siehe SPIEGEL ONLINE-Artikel: Parade des Schreckens).

Mittlerweile wird das Thema ernster genommen. Die Unternehmen wissen, dass die Zahl der (qualifizierten) Bewerber abnehmen wird und das gleichzeitig die Mitarbeiter immer anspruchsvoller werden. Die Unternehmen müssen also um neue Mitarbeiter werben. Die firmeneigene Karriereseite wird also immer wichtiger, um sich dazustellen. Das Thema Video liegt da auf der Hand.

Allerdings gibt es hier noch viel Nachholpotential. Man muss sich nur auf den Karriereseiten der Firmen umsehen. Oftmals findet man wenige Gründe, warum der Bewerber sich gerade dort bewerben soll. Vor allem die weichen Faktoren wie Arbeitsklima werden Bewerber immer wichtiger. Recruiting-Videos sind ein Instrument um diese Faktoren glaubhaft darzustellen.

 

Gibt es Ihrer Meinung nach einen starken Trend zu 3D-Videos bzw. VR-Videos oder ist das eher ein Nebenschauplatz?

3D und VR sind spannende Themen. Hier wird es in Zukunft sicherlich ganz neue Möglichkeiten geben, Arbeitswelten zu erleben. Und ja, es wird derzeit oft diskutiert.

Meines Erachtens lenkt das Thema aber zu sehr vom Inhalt ab. Um einen Vergleich zu bemühen: Was nützt das beste 3D-Kino, wenn der Film miserabel ist?

Um mich nicht falsch zu verstehen. 3D und VR kann durchaus Sinn machen. Unternehmen, die sich auf einer Jobmesse präsentieren, können Bewerbern mit Hilfe einer VR-Brille die Arbeitsräume eindrucksvoll zeigen.

Doch erst einmal geht es doch darum: Was will ich über mein Unternehmen als Arbeitgeber erzählen? Und daraus folgt: Mit welchen Beitragsformen kann ich es am besten darstellen? Die Form folgt dem Inhalt und nicht umgekehrt. Wer dies im Hinterkopf hat, kann das Thema 3D und VR auch richtig einordnen.

 

Wie stehen Sie zu Recruiting-Videos im Comic-Stil?

Ich kann an meiner letzten Antwort anknüpfen. Nehmen wir wieder die zwei entscheidenden Fragen:

Was will ich über mein Unternehmen als Arbeitgeber erzählen? Sagen wir, die Antwort ist, ich möchte erklären, wie das Unternehmen organisiert ist, bzw. wie die verschiedenen Unternehmensstandorte zusammenarbeiten.

Dann kann das natürlich auch mit einem Video im Comic-Stil umgesetzt werden. Es kommt halt immer darauf an, was ich erzählen möchte und welches Videoformat das Geeignete ist.

In der Regel geht es aber bei Recruiting-Videos darum ein Gefühl für die Arbeit, für das Unternehmen und das Miteinander der Kollegen zu bekommen. Ein sehr emotionales Thema also. Comic-Videos sind da weniger geeignet, weil sie emotional weiter weg sind, als die O-Töne von echten Mitarbeitern.

 

Gibt es Videoformate oder Inhalte, die Sie als Experte nicht bearbeiten würden?

Wer partout einen klassischen Werbefilm wollte, den würde ich ein anderes Unternehmen weiterempfehlen. Wir sind Journalisten, die vorhandene Geschichten emotional erzählen wollen. Dabei arbeiten wir mit den Begebenheiten, die vorhanden sind.

Werbefilmer inszenieren und schaffen sich eine künstliche Wirklichkeit. Das können andere sicherlich besser als ich. Meine Stärke ist mit Menschen zu sprechen, zu interviewen, emotionale O-Töne herauszulocken. Und spannende, kreative und authentische Geschichten in Bildern zu erzählen.