Influencer Marketing

Das Influencer Marketing gehört zu den wichtigsten Bausteinen des Personalmarketings in den nächsten Jahren. Doch welche Möglichkeiten gibt es und wer sollte es nutzen?

Influencer Marketing: Herkunft und Evolution

Influencer Marketing: Kaum ein Vermarktungsansatz ist zurzeit mehr „en vogue“ als dieser. Der Bestand an Agenturen, die sich auf dieses Feld spezialisieren, steigt nahezu täglich – und auch auf Unternehmensseite wachsen Interesse und Know-How. Der Begriff ist eng verbunden mit dem digitalen Marketing, und dort in besonderem Maße mit der Disziplin des Social Media Marketing.

Die starke Verbreitung von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram und Videoplattformen wie YouTube oder YouNow hat dazu geführt, dass vermeintliche Meinungsführer mit den Inhalten auf ihren Kanälen eine Großzahl an Usern erreichen. Diese Influencer werden von Marken verstärkt gezielt eingesetzt, um ihre Botschaften an diese Nutzer auszusenden.

 

Einsatzmöglichkeiten im Umfeld des Recruiting

Auch im Bereich Recruiting können solche Kooperationen zwischen Unternehmen und Meinungsführern zum gewünschten Erfolg führen. Das Tätigkeitsfeld des Employer Branding wird immer wichtiger im Kampf der Firmen um die Talente auf dem Arbeitsmarkt. Gerade bei den jüngeren Zielgruppen, die die Mitarbeiter und Führungskräfte von morgen sein können, müssen Unternehmen kreative Wege nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen.Einer dieser Wege führt über den Ansatz des Influencer Marketing.

Gerade künftige Auszubildende und junge Studenten bewegen sich täglich in den sozialen Medien. Hier kommen Sie in Verbindung mit Influencern, abonnieren deren Kanäle und sind auf diesem Wege für Unternehmen erreichbar.

Da es bei der jungen Generation zudem gelernt ist, über übliche Online-Werbemaßnahmen (z.B. Display-Banner oder Suchmaschinenwerbung) hinwegzusehen bzw. sie zu ignorieren, bieten solche Influencer-Maßnahmen eine effektive Möglichkeit zur „Kontaktaufnahme“. Ähnlich wie bei dem Modell des Product Placement oder dem des Testimonial-Ansatzes wird die Person subtil (oder auch plakativ) mit der Marke in Verbindung gebracht.

 

Beispielhafter Einsatz auf den beliebtesten Social Media Plattformen

Im Recruiting-Bereich könnte beispielsweise ein erfolgreicher Instagramer über Googles Mitarbeiterbenefit „Gratis-Essen“ berichten, indem er ein leckeres Bild des Essens hoch lädt und einen kurzen positiven Text dazu schreibt. Natürlich am besten so, dass weder seine Glaubwürdigkeit infrage gestellt wird noch die Firma hinter der Botschaft unklar bleibt.

Auf YouTube bieten sich durch das Bewegtbildformat natürlich mehr narrative Ansätze, sodass die Marken- bzw. HR-Botschaft deutlich ausdifferenzierter dargestellt werden kann. Allerdings erhöht das auch die Anforderung an Kreativität und den Budgeteinsatz. Um beim Beispiel Google zu bleiben, wäre der YouTube-Ansatz, dass der Influencer sich für einen Tag als Azubi bei Google versucht und in kurz zusammengeschnittenen Videos Einblicke in verschiedene Unternehmensbereiche gewährt und die Menschen hinter dem Unternehmen in kurzen Interviews vorstellt.

Kaum ein Tag vergeht momentan, ohne dass ein Marketingvortrag über den Einsatz von Snapchat im Markenumfeld gehalten wird. Dieser Kanal erfreut sich großer Beliebtheit, v.a. bei den jüngeren Zielgruppen. Hier schrecken viele Unternehmen noch zurück, da der Aufwand, einen eigenen Kanal durchgängig mit kurzweiligen „Snaps“ zu befüllen, sehr hoch und nicht ganz risikofrei ist. Deshalb bietet sich bei dieser Plattform der Einsatz von Influencern sehr gut an. Die Teenager erwarten hier nicht unbedingt Marken und können von ihren Influencern dennoch auf subtile Weise mit ihnen in Kontakt gebracht werden.

Wie eine Marke es dennoch schaffen kann, seinen eigenen Kanal auf Snapchat zu befüllen und für HR-Zwecke einzusetzen, zeigt aktuell REWE. Auf ihrem Profil snappen junge Azubis und geben potentiellen Bewerbern so einen Einblick hinter die Arbeit, die die Bewerber künftig erwarten könnte. Die Marke tritt hier also als Absender auf und setzt auf „Mirko-Influencer“ – nämlich normale Mitarbeiter.

Bei der Mutter aller sozialen Netzwerke Facebook ist der strategische Einsatz mit Influencern noch nicht weit verbreitet, da Unternehmen dort selbst noch relativ große Möglichkeiten haben, ihre Botschaften über ihre eigene (bezahlte) Reichweite zu verteilen. Mit der weiteren Einschränkung der organischen Reichweite durch den Facebook-Algorithmus werden aber auch hier solche Kooperationen mit Influencern zunehmende wichtiger und bieten durch die Vielfalt der möglichen Formate Ansätze für einen Einsatz für das Recruiting. Zum Beispiel könnte live von Recruiting-Messen gestreamt werden oder Bewerber zu einem Live Q&A eingeladen werden, bei dem sie Fragen loswerden können.

 

Einsatzmöglichkeiten bei älteren Zielgruppen

Doch nicht nur im Recruiting von jüngeren Zielgruppen lassen sich Influencer einsetzen, auch für ältere Bewerber werden sie immer bedeutender. Je mehr das Leben von digitalen Kanälen beeinflusst wird, desto mehr wird es eben auch von Marken beeinflusst. Marken sind heutzutage aber eben nicht mehr nur Google, REWE & Co, sondern eben auch Meinungsmacher, Prominente, Models, Sportler etc. Sie alle haben sich ihre Reichweite aufgebaut, um sie zu vermarkten. Wer dieses Geschäftsmodell verstanden hat, kann es strategisch nutzen – eben auch für Recruiting-Zwecke.