Für Unternehmen wird es zunehmend wichtiger, sich auf Kanälen wie Xing als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Das Karrierenetzwerk bietet auch einige kommerzielle und nicht kommerzielle Möglichkeiten an, die eigene Employer Brand gegenüber Kandidaten zu stärken. 

 

Geht es nach dem Karrierenetzwerk Xing handelt es sich beim Employer Branding um den meist unterschätzten Recruiting-Kanal. „Gute Mitarbeiter sind die wertvollste Ressource und somit die Zukunft jedes Unternehmens. Gut ausgebildete Spezialisten gewinnen in Zeiten des Fachkräftemangels noch weiter an Bedeutung“, heißt es in einer Broschüre aus dem Hause Xing. „Umso wichtiger ist es für Unternehmen, sich mit der eigenen Arbeitgebermarke zu positionieren. Denn erfolgreiches Employer Branding grenzt klar vom Wettbewerb ab und ist das Fundament für jede Recruiting-Aktivität.“

Mit der Annahme, dass im Employer Branding jedoch viel Nachholbedarf besteht, steht das Businessportal nicht allein. Auch die Studie Recruiting Trends der Universität Bamberg belegte vor nicht allzu langer Zeit: Arbeitgeber hinken ihren Möglichkeiten in diesem Bereich erheblich hinterher. Für die Erhebung ließen die Forscher die beteiligten Unternehmen sich selbst einschätzen. Auf einer Schulnotenskala bewerteten sie ihr Employer Branding.

 

Selbsteinschätzung: Unternehmen bewerten das eigene Employer Branding schlecht

Bei den Top-1.000-Unternehmen schätzten sich gerade einmal 6,0 Prozent als sehr gut ein. Im Durchschnitt gaben sich die Top-1.000-Unternehmen die Note 3,63 – das entspricht einer vier Plus. Damit vergeben sich Arbeitgeber wertvolle Chancen im War for Talents.

Es gibt inzwischen so viele Möglichkeiten, die eigenen Vorzüge gegenüber Kandidaten zu betonen. Wer diese ungenutzt lässt, lässt Kandidaten an sich vorbeiziehen. Das Businessportal Xing bietet hierzu sogar ein eigenes Produkt an: Das Employer Branding Profil. Auf diesem können sich Arbeitgeber nicht nur auf XING, sondern auch auf dem Tochterunternehmen, der Arbeitgeberbewertungsplattform Kununu, gegenüber Kandidaten präsentieren.

 

Was bietet das Employer Branding Profil auf XING

Doch was bietet das Employer Branding Profil genau? Enthalten sind diese Features:

  • Eine ausführliche Unternehmensbeschreibung.
  • Über ein Employer Branding Profil auf XING und kununu werden Arbeitgeber auf beiden Plattformen über die Stichwortsuche besser gefunden – auch bei Suchmaschinen wie z.B. Google, Bing, Yahoo!
  • Statistiken zu Besuchern, Interessenten und Followern
  • Automatische Anzeige von Unternehmensneuigkeiten auf der XING Startseite
  • Arbeitgeberbewertungen, um auf das Feedback von Kandidaten und Mitarbeitern zu reagieren
  • Verlinkung der Unternehmensseite zu den unternehmenseigenen Social-Media-Auftritten
  • Einbindung des kununu Scores auf der Unternehmens-Website

 

Funktionen von XING im Überblick

Funktionen von XING im Überblick

 

Das Anlegen geht vergleichsweise einfach:

  • Das persönliche XING Profil aufrufen.
  • Auf der linken Seite in der Navigationsleiste auf „Unternehmen“ klicken.
  • Es erscheint auf der rechten Seite ein großes grünes Feld „Arbeitgeber-Profil anlegen“.
  • Auf der nächsten Seite rechts auf das graue Feld „Gratisprofil anlegen“ klicken.
  • Nun können Anwender wählen zwischen dem Gratisprofil und dem Employer Branding Profil Professional.

 

Employer Branding Profil Basis und Professional: Wo liegen die Unterschiede?

Es gibt einen erheblichen Unterschied zwischen dem kostenlosen Basis Profil und dem kostenpflichtigen Employer Branding Profil Professional. Wer auf die Bezahl-Variante verzichtet, verzichtet auch darauf, mehrere Bilder, Videos oder Audiodateien in das Profil einbinden zu dürfen. Es gibt zwar die Möglichkeit, Neuigkeiten zum Unternehmen zu verfassen und mit den Abonnenten zu teilen, aber nicht automatisch per RSS-Feed. Alle Neuigkeiten des Unternehmens müssen per Hand eingepflegt werden.

Und: Nur die Person, die das Basis-Profil für das Unternehmen angelegt hat, kann die Seite verändern oder Texte in der Rubrik „Neuigkeiten“ hinzufügen. Das Resultat ist eine eher blanke „Über uns“-Seite mit Logo und Visitenkarte des Unternehmens, einem individuell gestaltbaren Textfeld, der automatischen Einbindung der Mitarbeiter und der angebotenen Stellen.

 

Beispiel für ein XING Employer Branding Profil von Decathlon

Beispiel für ein XING Employer Branding Profil von Decathlon

 

Authentische Einblicke in den Berufsalltag bieten

Zahlende Xing-Kunden erhalten da schon mehr. Mit dem Employer Branding Profil Professional bieten Unternehmen zum Beispiel über eingebundene Mitarbeiterinterviews in Schrift oder Ton authentische Einblicke in den Berufsalltag. Außerdem können Arbeitgeber nicht nur News aus dem Unternehmen teilen, sondern über das Profil auch direkt mit Arbeitnehmern in Kontakt treten und zum Beispiel häufig gestellte Fragen beantworten.

Und: Es lassen sich weiterführende Informationen über das Unternehmen einbinden. Was zeichnet einen Arbeitgeber aus? Moderne Büroräume? Flexible Arbeitszeiten? In Fotos, Videos und Präsentationen lässt sich all das anschaulich darstellen.

 

Übersicht der XING Suite - Möglichkeiten für Arbeitgeber

Übersicht der XING Suite – Möglichkeiten für Arbeitgeber

 

Zudem stehen umfangreichere Auswertungsmöglichkeiten zur Verfügung als bei der Basis Variante, die Einblicke erlauben, welche Informationen oder Postings gut angenommen wurden und welche eher nicht. Anhand dieser Erkenntnisse lässt sich die eigene Content Marketing Strategie sukzessive auf die Vorlieben der Besucher anpassen.

 

Werbung auf Mitbewerberprofilen

Last but not Least lässt sich das Employer Branding Profil Professional auf bis zu fünf Mitbewerberprofilen platzieren. Das ist DAS Argument von Xing, mit dem Unternehmen zur Umstellung von Basis auf Professional motiviert werden sollen.

Xing bietet mit dem Basis und dem Employer-Branding Profil Professional also zwei sehr unterschiedlich komfortable Werkzeuge, um sich als Arbeitgeber bekannter zu machen. Was ist für wen sinnvoll? Die Basis-Variante empfiehlt sich auf jeden Fall für Arbeitgeber, deren Employer Branding noch nicht allzu weit fortgeschritten ist.

Wer über keinen hauseigenen Mitarbeiter-Blog verfügt und auch keine Unternehmensauftritte in den sozialen Medien und wessen Karrierewebseite noch im Aufbau ist, kann bei der Basis Variante bleiben. Denn letztlich fehlen ihm die Inhalte für die Professional Version.

Letztlich ist es auch eine Kostenfrage, ob sich das Employer Branding Profil Professional lohnt. Es handelt sich im Prinzip um eine Karriereseite im Miniformat und die Frage steht im Raum: Reicht eine Karriereseite nicht aus? Muss diese nochmal in Xing abgebildet werden?

 

Employer Branding Agentur steht mit Rat und Tat zur Seite

Wer Xing hingegen als festen Bestandteil in der Pflege und Ausgestaltung der eigenen Employer Branding Marke versteht und sich dazu vor allem auf diesem Portal bewegt, sollte sich aber durchaus Gedanken machen, ob sich die Investition nicht doch lohnt. Eine professionelle Einschätzung geben kann hier zum Beispiel eine Employer Branding Agentur, die auch den Aufbau des Xing-Profils übernehmen kann.

Sie informiert auch über die anderen Bereiche, in denen Xing Unternehmen Vorteile für das eigene Employer Branding bietet.

 

Diese zum Beispiel:

  • In dem Bereich „Events“ können Unternehmen hauseigene Events veröffentlichen und zu Karriereevents einladen.
  • Eine weitere Möglichkeit ist das Schalten von Stellenanzeigen, die anschließend im Xing-Stellenmarkt gelistet werden.
  • Auch das Schalten von Werbung auf Xing kann für Unternehmen sehr attraktiv sein, ganz besonders im B2B-Bereich. Xing spielt die Inhalte wie Blogpostings oder Eventhinweise genau nach Branche, Region und Karrierestufe aus.

 

Starker News-Feed von Otto

Starker News-Feed von Otto

 

Fazit: Unternehmen kommen an Xing nicht vorbei. Dafür ist die Reichweite des Netzwerks mit 15 Millionen Mitgliedern im deutschsprachigen Raum einfach zu gigantisch. Aber auch ohne das bezahlpflichtige Employer Branding Profil können Arbeitgeber bei Xing gut sichtbar sein. Man muss sich kritisch fragen: Ist XING zukunftstauglich? Die Abwanderungen zu LinkedIn sind bemerkenswert und XING steht vor großen Herausforderungen. Ungeachtet der zukünftigen Situation ist XING aktuell noch das wichtigste berufliche Netzwerk in Deutschland.

Ein erster Schritt ist bereits mit dem regelmäßigen Posten von Unternehmensnews im eigenen Newsfeed oder in Diskussionsgruppen getan. Schon damit erhöht sich die Auffindbarkeit des eigenen Unternehmens in Suchmaschinen. Alles Weitere ist eine Frage des Budgets, der Zeit und der professionellen Beratung.