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Employer Branding wird für den Mittelstand zur Gefahr. Immer mehr Unternehmen beschäftigen sich mit dem Thema – immer weniger Firmen erreichen gute Ergebnisse. Dieser Beitrag soll die Grundlagen vermitteln, um einige elementare Fehler zu vermeiden.

 

Employer Branding

Die Bezeichnung „Employer Branding“ kommt aus dem englischen Sprachraum und bedeutet auf Deutsch in etwa so viel wie „Arbeitgeber-Markenbildung“. Dabei handelt es sich um aktive oder strategische Maßnahmen, um ein Unternehmen durch Personalmarketing für bestehende aber auch mögliche neue Mitarbeiter interessant zu gestalten. Das Employer Branding nutzt dazu die Schnittstelle zwischen Marketingjobs und der Personalwirtschaft. Die Maßnahmen werden jedoch nicht auf ein Produkt oder eine Dienstleistung bezogen, sondern beziehen sich auf das Unternehmen in seiner Eigenschaft als Arbeitgeber. Dieser kann durch das Employer Branding attraktiver gestaltet werden, um sich von Mitbewerbern auf dem Arbeitsmarkt abzuheben.

 

Prägung und Aspekte einer Arbeitgebermarke

Die Strategie einer Markenbildung besteht darin, das Mittelstandsunternehmen als Arbeitgeber interessant zu machen und dessen Image sowie seine externe Wahrnehmung positiv zu beeinflussen. Durch die Schaffung einer sympathischen Arbeitgebermarke wird das Unternehmen für Bewerber ansprechend gestaltet und erhöht die Zahl möglicher Bewerber um einen Arbeitsplatz. Besitzt das Unternehmen noch dazu ein klar gestaltetes Arbeitgeberimage, werden sich mit großer Wahrscheinlichkeit passende Mitarbeiter bewerben. Nach erfolgreichem Ablauf des Rekrutierungsprozesses und Einbindung der Bewerber in das Unternehmen, werden diese sich emotional mit ihm identifizieren. Die Folge ist, dass gute Mitarbeiter auf Dauer erhalten bleiben, wodurch wiederum weitere Rekrutierungen überflüssig bleiben.

Ein weiteres Kriterium für den Einsatz von Employer Branding im Personalmarketing ist die Bindung bereits vorhandener Mitarbeiter durch die Verbesserung der Unternehmenskultur und Stärkung des Arbeitgeberimage.

 

Interner und externer Employer Brand

Markenbildung im Mittelstand dient einerseits der Bindung bestehender Mitarbeiter, um eine Abwanderung der Belegschaft zu verhindern und trägt andererseits zur Gewinnung externer, neuer Mitarbeiter bei.

Interne Employer Brands zielen auf eine Verbesserung der Bindung von Fach- und Führungskräften und der Entwicklung der Leistung von Beschäftigten des Unternehmens. Durch eine Verbesserung der Unternehmenskultur werden Mitarbeiter zu Botschaftern für das Employer Brand des Unternehmens. Dies erfordert jedoch die Definition einzelner Ziele und deren konkrete Umsetzung. Für jedes Unternehmen wird der Entwurf eines passenden Kommunikationskonzeptes bei Berücksichtigung von Kosten und zeitlichem Aufwand der Aktivitäten notwendig. Im Gegenzug müssen die Folgen der jeweiligen Einzelmaßnahmen analysiert werden.

Zielgruppen des externen Employer Branding sind potenzielle Bewerber, oder „Right Potentials“ – eben die „besten“ und „passenden“ aller Bewerber.

 

Einzelne Maßnahmen

 

Soziale Medien

Durch soziale Medien kann eine Vielzahl potenzieller Bewerber täglich rund um die Uhr angesprochen werden. Soziale Medien eignen sich somit als hervorragendes Werkzeug für die Rekrutierung neuer Mitarbeiter. Mögliche konkrete Maßnahmen sind Präsentationen auf Facebook oder Xing, die Formulierung eines Arbeitgeberblocks oder die Einstellung eines Imagefilms über das Unternehmen bei You Tube.

 

Bewertungsportale

Neben sozialen Medien spielen zunehmend Arbeitgeberbewertungsportale eine Rolle, die durch Eindrücke und Empfindungen anderer Bewerber über den Arbeitgeber wertvolle Informationen liefern können. Beleuchtet werden Kriterien wie Gehälter, Karriereaussichten, bis hin zu Kollegialität und dem Verhalten von Vorgesetzten. Unternehmen haben die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter zur Zufriedenheit zu motivieren. Je mehr positive Bewertungen ein Arbeitgeber sammelt, umso realistischer entsteht ein Gesamtbild.

 

Mitarbeiter als Markenbotschafter

Die eigene Marke lässt sich am besten durch Mitarbeiter als „Botschafter“ weitergeben. Botschafter sind aktive Mitarbeiter des Unternehmens aber auch ehemalige Beschäftigte, die noch über Kontakt zum Unternehmen verfügen. Hinzu kommen Studierende, die ein Praktikum absolviert haben oder Schüler, die ein Berufspraktikum oder einen Ferienjob im Unternehmen durchgeführt haben. Daneben kann die eigene Arbeitgebermarke durch eine Zusammenarbeit mit Schulen im regionalen Umfeld nach außen transportiert werden, wodurch ein gutes Image entsteht, das durch Präsentationen auf Messen oder einer Zusammenarbeit mit Schulen ergänzt wird.

 

Fazit

Gerade der Mittelstand bietet vielfältige Möglichkeiten, sich positiv zu präsentieren. Seine Stärken liegen in Faktoren wie Qualität, Nachhaltigkeit und Sicherheit. Gütesiegel können Arbeitgeber in den Kategorien Vertrauen, Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz und Teamorientiertheit auszeichnen. Das Resultat ist immer ein „guter Arbeitgeber“.