Recruiting-Video

Das Recruiting Video: Die Top 10 und Flop 10. Wir zeigen, welche Recruitingfilme wirklich gut sind und bei welchen Videos man vielleicht lieber doch nicht so genau hinschaut.

Recruiting-Videos bilden heutzutage einen essentiellen Teil der Nachwuchsgewinnung. Die jungen Leute sind in Zeiten von Flatscreens, Youtube und Smartphone als treuer Wegbegleiter, wesentlich technikaffiner als die Generationen davor und möchten auf eine kreative und  frische Art und Weise angesprochen werden. Da haben bewegte Bilder eine erheblich  größere Wirkung als ewig lange Texte  oder staubige Interviews. Aber ein gutes, anspruchsvolles und vor allem nicht peinliches Recruiting Video  über seine Firma zu drehen ist gar nicht so einfach, wie es sich die Laie vielleicht  vorstellen mag. Beweise dafür gibt es zu genüge in den Weiten des World Wide Webs. Ein paar Beispiele, bei denen es unserer Meinung nach dezent  in die Hose gegangen ist, sehen Sie jetzt.

 

Die Flop 10

Würth

Da haben wir zunächst das Video von Jasmin. Jasmin ist Azubi bei Würth und soll zukünftigen Auszubildenden erzählen warum sie jeden Tag so gerne zur Arbeit kommt. Neben ihrem tollen Getränk, das sie sich jeden Morgen nach Dienstantritt gönnt, liebt sie vor allem die Welt der Schrauben und die der Schraubenzieher. Eigentlich ist Jasmin eine sympathische, junge Frau, die sich größte Mühe gibt authentisch zu berichten. Ob es gelungen ist? Das mag Ansichtssache sein. Aber eins ist sicher. Für die technische Umsetzung wurde leider kein Geld ausgegeben.

 

ritterwerk

Das nächste technische Meisterwerk wird auch noch durch das zeigen von schicken, handgeschriebenen Pappschildern zu dem  kreativen Erlebnis schlecht hin. Nicht nur die Auswahl des Farbfilters sondern auch die Aufnahmen der überdurchschnittlich motivierten Mitarbeiter und die technische Perfektion können in einem nur den Wunsch hervorrufen, ein Industriekaufmann bei ritterwerk zu werden.

 

s.Oliver

Auch beim folgenden Beispiel wollte der Auftraggeber sein Portemonnaie schonen. Leider wurde die Aufgabe, den Recruitingfilm interessant und spannend zu gestalten, an Jemanden verteilt, der da so gar keine Lust drauf hatte. Und was macht man wenn man weder Lust noch Idee noch Geld zur Verfügung hat? Genau! Man lässt den Azubi (der das trotzdem sehr gut gemacht hat!) einfach mal paar Minuten in die Kamera reden. Das Ergebnis des Ideenmuffels sah dann so aus:

 

Stadtspital Triemli

Ein Stadtspital in der Schweiz wollte für einen sehr wichtigen Beruf werben. Viele junge Leute trauen sich dieses Feld nicht mehr zu, weil man dafür eine starke Mentalität und Psyche brauch.  Der Beruf des Intensiv-Pflegers.

Dabei sollte das Augenmerk besonders auf die Action und Spannung gelegt werden. Und wie erreicht man die Jugend am besten? Genau, mit Filmen! Also wurde das gesamte Recruiting Video wie ein Hollywoodblockbuster aufgezogen. Technisch eine absolute Glanzleistung, an Spannung und Action sowie adretten Schauspieler fehlt  es keinen Moment, aber hat das noch wirklich viel mit der Realität zu tun? Das ist fraglich.

 

Bertelsmann

Gerade wenn man die jungen Leute, die sogenannte Generation Y oder Z,  als Zielgruppe hat, ist die Ansprache ganz klar eine Herausforderung. Kein Unternehmen möchte sich als staubigen, langweiligen, alten Spießerschuppen darstellen. Man möchte natürlich jung, frisch und innovativ wirken und die jungen Leute genau da abholen.

Allerdings sollte man peinlichst darauf achten, dass man nicht zu zwanghaft jung und hipp wirken will. Die Ersteller des Recruiting Videos zum dualen Studium des Bertelsmannverlags scheinen da eher schmerzfrei zu sein. Zwar wurden die jungen Studenten sehr authentisch dargestellt, aber ein Student kann tatsächlich mehr als große Grillpartys feiern und Bier in die Kamera halten.

Alles in allem ist es eigentlich ein  gelungenes Konzept, auch der Kameramann und Cutter müssen sich absolut nicht verstecken, aber Wer kam auf die Idee alle Hashtags dieser Welt zu nehmen und in ein Video zu stecken?

 

Deutsche Bahn & Sparda Bank

Kommen wir nun zu den Highlights, wenn es um das Thema geht „Wie spreche ich die Jugend an?“

Das Musik ein großes Gewicht in der heutigen Jugendkultur hat, das ist ja offensichtlich. Man könnte meinen, die Kopfhörer hätten in den Ohren der Jugendlichen ihren natürlichen Lebensraum gefunden.

Da könnte es eine gute Idee sein, sein Recruiting Video als eine Art Musikvideo zu gestalten. Die Betonung liegt bewusst auf KÖNNTE. Auch hier bietet das Internet eine Ansammlung von faszinierenden Beispielen. Zwei ganz besondere Sternchen vom Musikhimmel können sie hier betrachten:

 

Finanzverwaltungen von Bund und Ländern

Aus dem staubigen  Beruf des  Finanzverwalters  eine spaßige, aufregende und lustige Tätigkeit zu machen, ist definitiv eine große Herausforderung. Der folgende Recruiting-Film zeigt, wie groß die Herausforderung ist. Das Konzept ist zwar nicht schlecht und auch die  Umsetzung kann sich getrost sehen lassen, dennoch  zeigt es nicht mal im Ansatz den wahren Arbeitsalltag und kann daher eher als lustige Parodie zu diesem Beruf verstanden werden. Absolut nicht schlecht,  aber irgendwie zu viel des Guten.

 

Dachdeckerinnung Oberschwaben

Wenn man gar nicht mehr weiter weiß, dann wird halt  nach dem Motto „Sex sells“ gehandelt.  Die Dachdeckerinnung Oberschwaben scheinen dabei nicht mal rot zu werden und produzierten einen Spot, bei dem der ein oder andere doch beschämt zur Seite guckt und  hofft, dass die Kinder keine unangenehmen Nachfragen stellen.

Eins ist dabei sicher. Dieses Video geht einem nicht mehr so schnell aus dem Kopf. Aber wir sind der Meinung: Das geht auch anders! Aber gucken Sie sich erstmal diese „Perle“ der Recruiting-Videos an:

 

Saturn Österreich

Für uns der absolute Spitzenreiter der Videos „die ein bisschen in die Hose gegangen sind“, ist das Recruiting Video von Saturn, womit die Firma für neue Azubis werben wollte.

Zwar hebt sich das Video  definitiv von anderen ab und beweist ein großes Maß an Kreativität. Die Umsetzung allerdings  löst in einem  eher Albträume, als die Vorstellung von einem Traumjob, aus. Freunde  von schlechten Horrorfilmen fühlen sich damit eventuell angesprochen, alle anderen werden die Frage nach einem „Warum?!“ nicht mehr los.

 

Top 10

Aber Gott sei Dank gibt es im Internet nicht nur Fails oder Katzenvideos, nein! Es gibt auch wirklich gehaltvolles Material. Auch hier haben wir mal die Seiten durchwühlt und ein paar sehenswerte Videos  zusammen gesucht.

Tchibo und Beiersdorf

Die Firmen Tchibo und Beiersdorf haben ein klassisches aber sehr ansprechendes Recruiting Video produziert. Es ist authentisch, informativ, dynamisch und macht tatsächlich Lust auf die angepriesene Tätigkeit. Es muss nicht immer besonders  kreativ sein, manchmal reicht es auch wenn man die Grundlagen perfektioniert:

 

Das Land Bayern

Mal ein komplett neuer Ansatz wurde in Bayern ausprobiert. Mit der Kampagne „Ausbildung macht Eltern stolz“ wurden nicht die jungen Leute direkt  angesprochen, sondern ihre Eltern. Dabei heraus kam unter anderem ein sehr schönes  Recruiting- Video, was die Emotionen jedes Elternteils anspricht, denn wer möchte nicht stolz auf sein Kind sein können?  Besonders lobenswert ist hier vor allem  die Konzeptidee.

 

Das Bäckerhandwerk & „JUVALIA & YOU“

Die nächsten Zwei Fundstücke zeigen, dass nicht jeder Versuch, ein Recruiting-Video in ein musikalisches Meisterwerk zu verwandeln, in die Hose gehen muss. Ganz im Gegenteil! Diese beiden beweisen: es kann verdammt gut funktionieren!

Das erste ist von der Kampagne „Back dir deine Zukunft“ und überzeugt durch coole Schnurrbärte, richtig guten Rap und musikalische Zwischenstücke, die ein bisschen an Rammstein erinnern. Die Bilder sind  sehr ausdrucksstark und geben somit dem Bäckerberuf etwa heldenhaftes.

Beim zweiten Exemplar handelt es sich um ein Recruiting Video einer Onlineschmuckfirma. Am Anfang hat man Angst dass es jetzt  echt peinlich werden könnte, aber im Ganzen hat das Video einen witzigen und trashigen Charakter. Außerdem wird das Team als sehr jung, innovativ und locker dargestellt und man bekommt direkt  Gute Laune und Lust dort einzusteigen.

 

 

Feuerwehr Niedersachsen

Sehr beliebt sind auch die sogenannten „Cartoon Videos“. Simple Zeichnungen gepaart mit einem humorvollen Sprecher, können eine stärkere Wirkung haben als man denkt. Sie sind unterhaltsam und vermitteln auf simple Art und Weise die wichtigsten Informationen.

Ein sehr schönes Beispiel ist ein Video der Feuerwehr Niedersachsen.  Auf niedliche Art wird erklärt was die Feuerwehr ist, was sie macht und wieso neue Leute gebraucht werden. Dabei ist das Video nicht nur für die Kleinen, sondern auch die Großen können noch was lernen.

 

Allianz

Das diese „Cartoon- Videos“ auch ganz seriös sein können, das zeigt die Allianz. Es ist zwar nicht ganz so unterhaltsam aber sehr informativ, es hebt sich von der Maße ab und ist definitiv  gelungen.

 

McKinsey

Ein künstlerisches und philosophisches Werk präsentiert das Unternehmen MC Kinsey&Company. Mit einem  ruhigen und verträumten Grundtenor wird der Zuschauer auf eine sinnliche Reise durch die Unternehmensphilosophie mitgenommen. Dieser Recruitingfilm zeigt: es muss nicht immer laut, euphorisch und schrill sein um viel Power und Kraft rüber zu bringen.

 

Polizei Sachsen

Der nun folgende Recruiting Video, kann man schon sagen, steht nun im kompletten Gegensatz zu dem Vorangegangenen. Hier steht eindeutig die Action im Vordergrund. Er zeigt die Vielseitigkeit im Arbeitsalltag eines Polizisten und das in Hollywoodqualität.  Man bekommt den Eindruck einen richtigen Film zu schauen und mit Gänsehautmomenten wurde nicht gegeizt. Man bekommt den Eindruck, Polizist werden ist der einzig sinnige Zukunftswunsch. In unseren Augen sehr gelungen.

 

Agentur Brandpunkt

Die Menschen lieben Skandale! Warum diesen Hunger nach Missständen nicht ausnutzen und als kreative Idee für das neue Recruiting Video nutzen? Die Firma Brandpunkt zeigt wie es geht!

Als Zuschauer brauch man einen Moment um das Spiel zu durchschauen. Getarnt ist das Ganze als eine Reportage mit dem Titel „Undercover aufgedeckt“, was einen schon leicht an die reißerischen Überschriften der Bildzeitung erinnert.

Ein Reporter ermittelt Undercover als Praktikant. Er macht es geheimnisvoll, Gesichter der Mitarbeiter sind verpixelt, teilweise die Stimmen verändert.  Das merkwürdige nur: Es gibt absolut nichts Negatives zu berichten. Die Mitarbeiter sind sehr zufrieden, die Arbeitsumstände vorbildlich. Geschickt werden Namen der Firma und die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern in das Video mit eingebaut.

Erst zum Schluss wird einem bewusst, das hier ist keine normale Reportage sondern ganz klar ein Werbevideo. Sehr gut gemacht und eine frische Idee gut umgesetzt.

 

AVANTGARDE Experts Recruiting Video

Unsere Nummer 1 der Topvideos wurde sogar mit dem  Wirtschaftsfilmpreis 2015 ausgezeichnet.  Um ehrlich zu sein mussten wir es uns mehrmals anschauen und überlegen was wir davon halten. Denn es ist ohne Frage mal was komplett anderes. In diesem Video wird sich eigentlich über die Form von Recruiting Videos lustig gemacht. Es ist völlig überspitzt und voll von Ironie und Sarkasmus. Mit über 6 min ist es länger als die Norm, aber es kommt keine Sekunde Langeweile auf. Ganz im Gegenteil, man will gar nicht wieder weg klicken und muss es sich direkt mehrmals anschauen. Es ist herrlich erfrischend, ehrlich und geht definitiv nicht wieder aus dem Kopf. Es gehört eine ordentliche Portion Mut dazu, so ein Video zu produzieren und zu veröffentlichen. Nicht jede Firma kann so herrlich über sich lachen und lachen lassen.

 

Zum Abschluss ein Fundstück, wo wir uns nicht entscheiden konnten. Ist es nun ein Flop oder Top?

Auf der einen Seite wird man anfangs durch den Anblick eines halbnackten, haarigen alten Mannes belästigt. Auch zeigt das Video in keinster Weise den Arbeitsalltag dieses Berufes. Aber wer in dem Alter noch solche Moves drauf hat und sogar einen Backflip zum Besten gibt, der hat eigentlich nur einen Daumen nach oben verdienen.

Aber sehen Sie selbst und entscheiden Sie!