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Ambient Media hat in den vergangenen Jahren im Marketingbereich eine große Aufmerksamkeit erfahren. Was für die Vermarktung von Produkten gut ist, lässt sich aber auch ideal bei der Personalgewinnung einsetzen. Immerhin müssen sich auch Arbeitgeber zunehmend dem Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt stellen. Da bieten sich vergleichsweise unkonventionelle Wege an, um die Aufmerksamkeit von potenziellen Mitarbeitern zu gewinnen!

 

Was ist Ambient Media?

In der Fachwelt bezeichnet Ambient Media eine Form der Außenwerbung, die im direkten Umfeld der Zielgruppe eingesetzt wird. Man spricht auch von Werbung im Out-of-Home-Bereich, die planbar konsumiert wird. Zentrale Begriffe sind damit „Ambient“, „Out-of-home“ und „planbar“.

Der Begriff Ambient bzw. Ambiente steht dabei für die jeweiligen Lebensbereiche der Bezugsgruppe. Oder für die Atmosphäre, die für diese Bereiche kennzeichnend ist. Werbung wird demnach also unmittelbar im entsprechenden Lebensraum platziert, so dass sie von einem ausgewählten Personenkreis zur Kenntnis genommen wird.

Dahingehend erlangt der Begriff „Out-of-Home“ große Bedeutung. Etwas überspitzt ausgedrückt, versucht man in die Intimsphäre der Zielgruppe vorzudringen. Der erste Kontakt mit dem Werbemittel findet nicht zuhause statt, sondern in Außenbereichen, wie z.B. einem Lokal. Im Gegensatz zu anderen Arten von Werbung, wird Ambient Media anschließend jedoch in die Privathaushalte mitgenommen.

Hierbei kommt die Planbarkeit ins Spiel. Im Gegensatz zu Massenmedien soll über die Homogenität der Zielgruppe ein etwaiger Streuverlust verringert werden. Ambient Media ist insofern grundsätzlich planbar, aber auch wiederholbar. Die Erfolgsbewertung und die eigentliche Planbarkeit müssen allerdings mit anderen Ansätzen verfolgt werden.

 

Ambient Media im Recruiting: Kontaktpunkte schaffen

Nicht nur im Bereich der Produktwerbung, auch beim Recruiting wird Ambient Media immer interessanter. Mit unkonventionellen Werbeaktionen lässt sich schließlich eine Vielzahl von Kontaktpunkten mit potenziellen Arbeitnehmern aufbauen. Anders lassen sich dauerhafte Beziehungen zu ihnen auch kaum etablieren. Diese neue Werbeform eignet sich deswegen vor allem dazu, Neugierde und das Interesse möglicher Bewerber zu wecken.

Außerdem lassen sich vorher ausgewählte Zielgruppen so direkt ansprechen. Das gilt zumindest dann, wenn sie sich im Regelfall an spezifischen Orten aufhalten. Denn gerade der Ort ist ein wichtiger Faktor für Ambient Media. Die allgemeine Werbung muss nämlich so im Alltag platziert werden, dass sie zum einen überrascht und zum anderen fasziniert oder besser: mitreißt. Im Zusammenhang mit dem Internet, insbesondere aber mit sozialen Medien, sind die Chancen dann auch besonders gut, dass sie sich schnell über den eigentlichen Ort hinaus verbreitet und einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht.

Dabei bleibt indes zu beachten, dass Ambient Media keine Kontakte mit klarem Bezug zu einer Kampagne herstellt. Mit dieser Werbeform wird auch kein konkretes Stellenangebot ausgeschrieben. Es geht vielmehr darum, als Arbeitgeber einen allgemein hohen Bekanntheitsgrad zu gewinnen, der mit einem positiven Image verbunden ist. Typische Zielgruppen sind deswegen auch keine ausgebildeten Fachkräfte oder erfahrene Arbeitnehmer, sondern ein jüngeres Publikum, wie zum Beispiel Schüler und Studenten. Übliche Orte, um Ambient Media einzusetzen, sind beispielsweise öffentliche Verkehrsmittel, Hauswände oder zum Beispiel Gaststätten und Kneipen.

 

Typische Formen von Ambient Media

Mit den zunehmenden Einsatz von Ambient Media haben sich typische Formen herausgebildet, die sehr häufig eingesetzt werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Werbung in Schulen und Kindergärten,
  • Plakate und Aufkleber in öffentlichen Verkehrsmitteln,
  • Werbung auf Pizzakartons,
  • großformatige Poster in Kinos,
  • Werbeflächen an Bus- und Straßenbahnhaltestellen,
  • Werbung auf Bierdeckeln,
  • Fahrradwerbung,
  • Werbung in Supermärkten und zum Beispiel
  • auf Tüten und sonstigen Verpackungen.

 

Sehr prominente Beispiele für Ambient Media, vor allem im Bereich des Recruitings, sind aber auch die allseits beliebten Gratispostkarten. Diese sogenannten Citycards findet man in nahezu allen größeren Städten in Restaurants, Bars und Cafés. Gerade beim jüngeren Publikum, wie Schüler und Studenten, sind sie äußerst beliebt und werden sowohl im Freundes- wie auch im Verwandtenkreis weitergereicht.

Eine weitere, sehr beliebte Form ist das sogenannte „Streetbranding“. Dabei werden Graffitis an Hauswänden oder auf dem Bürgersteig eingesetzt, um die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich zu ziehen. Beim „Reverse Graffiti“ werden hingegen verschmutzte Flächen mit Schablonen und Hochdruckreinigen zu Werbeflächen umfunktioniert.

Wichtig bei allen diesen Maßnahmen ist, dass sie möglichst überraschend, kreativ und unkonventionell sind. Sie sollten humorvoll, aber nicht kränkend gestaltet sein. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Werbemittel zur Kenntnis und mitgenommen werden, deutlich höher. Die nachfolgenden beiden Beispiele sollen das noch einmal verdeutlichen.

 

Beispiele für Ambient Media im Recruiting

Als besonders gelungenes Beispiel gilt eine Ambient Media-Aktion des Möbelhauses IKEA. In Australien legte das Unternehmen Broschüren in Produktkartons, die vielfältige Karrieremöglichkeiten im Unternehmen beschrieben. Als Stil der Broschüre wurde dabei die typische IKEA-Aufbauanleitung ausgewählt. Schritt für Schritt wurde so erklärt, wie man bei dem Möbelhaus eine erfolgreiche Karriere starten kann. Nach offiziellen Angaben wurden so 280 neue Mitarbeiter gewonnen.

Die Handwerkskammer für München und Oberbayern setzte hingegen Anfang 2016 auf die „Gläserne Werkstatt“. In mehreren Glascontainern konnten Jugendliche sich eingehend mit typischen Handwerksberufen, unter anderem mit den Gewerken Frisör, Dachdecker und Sattler, beschäftigen und typische Arbeiten „ausprobieren“. Bereits in der Anfangsphase wurde von einem enormen Zulauf an interessierten jungen Menschen gesprochen, die das Angebot in Anspruch nahmen.

Daneben setzen viele Unternehmen aber vor allem auf Werbung an Hochschulen und Universitäten. Ob Plakate oder Freecards, es gibt nahezu keine universitäre Einrichtung, an der diese Werbemittel nicht zu finden sind. Auch hierbei ist das Hauptanliegen, die Fachkräfte von morgen frühzeitig mit dem jeweiligen Unternehmen in Kontakt zu bringen und eine positive Beziehung aufzubauen.

 

Ambient Media im Recruiting: Inzwischen unerlässlich!

Ob mit Plakaten oder ausgefallenen Aktionen, wie die von IKEA in Australien: Ambient Media wird zunehmend ein fester Bestandteil im Bereich des Personalmarketings. In Anbetracht des zunehmenden Wettbewerbs auf dem Arbeitsmarkt müssen Unternehmen zwangsläufig Mittel und Wege finden, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Der Vorteil von Ambient Media liegt dabei nicht nur im Überraschungseffekt, sondern auch in der viralen Verbreitung über soziale Netzwerke oder die einfache Weitergabe der Werbemittel innerhalb der Zielgruppe.

Vor allem bietet diese Werbeform im Bereich des Recruitings den entscheidenden Vorteil, dass die Aktionen wiederholbar und planbar sind. Nach und nach lässt sich so eine positive Beziehung zur Bezugsgruppe aufbauen, die vollkommen zwanglos ist und ein natürliches Interesse an dem Unternehmen weckt. Daneben lässt sich mit dieser Form der Werbung eine Arbeitgebermarke positiv platzieren und näher ausgestalten. In jedem Fall regen die Kampagnen aber dazu an, sich mit dem werbenden Unternehmen auseinanderzusetzen.